Beim Recherchieren zu unserem Thema bin ich über folgenden Artikel vom 12.02.2008 (veröffentlicht) gestoßen:
“Seit Jahren zeichnet sich ein Trend ab: Klassische Nachschlagewerke wie etwa der Brockhaus verlieren an Zuspruch, Online-Enzyklopädien wie Wikipedia werden immer größer und beliebter.
Die Vorteile der digitalen Informationsbeschaffung liegen auf der Hand: Aktuellere Informationen, kein großer Platzbedarf und der Preis sind hier zu nennen. Im Vergleich zu Wikipedia punktet der Brockhaus zwar mit höherer Verlässlichkeit und einem gewissen Renommee – doch wer hat Platz für eine gedruckte Enzyklopädie mit 30 Bänden, und kann bzw. will dafür rund 2500 Euro ausgeben? In Anbetracht der Alternative Wikipedia immer weniger Menschen – und das bereitet dem Brockhaus massive Probleme.
Als Reaktion auf Millionen-Verluste im Jahr 2007 hat der Brockhaus-Verlag nun angekündigt, ab 15. April 2008 die gesamte Enzyklopädie kostenlos im Internet verfügbar zu machen. Das Angebot soll durch Online-Werbung finanziert werden. In der Pressemitteilung spricht der Verlag von einer Weiterentwicklung der Marke Brockhaus
, und das Börsenblatt bezeichnet das ganze als mutigen Schritt nach vorn und eine Kehrtwende
.
Tatsächlich ist der Schritt ins Internet schon längst überfällig gewesen, der Verlag hat jahrlang eine Entwicklung verschlafen bzw. keine passende Antwort darauf gefunden. Auch mit dem Online-Auftritt bleibt der Hauptkonkurrent derselbe: Die freie Enzylopädie Wikipedia, welche bereits ein unverzichtbarer Bestandteil des Internets geworden ist. Doch Wikipedia ist nicht perfekt und hat zahlreiche Kritiker – genau das will der Brockhaus-Verlag ausnutzen und positioniert das neue Produkt dementsprechend:
Der immer unübersichtlicher werdenden Flut von Informationen aus dem Internet stellen wir mit „Brockhaus online“ jetzt ein Wissensportal entgegen, das für Relevanz, Richtigkeit und Sicherheit steht. [...] Der aktuelle Schritt zum werbefinanzierten Modell ermöglicht es allen Menschen, am relevanten, nicht manipulierbaren „Brockhaus-Wissen“ teilzuhaben.
Die Online-Enzyklopädie soll auch umfangreiche multimediale Inhalte bieten und kontinuierlich verbessert werden. Dafür sollen rund 200 der bisherigen 250 Mitarbeiter sorgen – die 50 verbleibenden Mitarbeiter fallen einem Stellenabbau zum Opfer. Weitere Auflagen der gedruckten Gesamtausgabe des Brockhauses bezeichnete ein Firmensprecher als unwahrscheinlich. Themenlexika sollen aber auch weiterhin in Buchform erscheinen. Im Blog von Handelsblatt spricht man in diesem Zusammenhang bereits vom Stillen Tod des Brockhaus.
Der Gang des Brockhauses ins Internet hat übrigens auch noch einen anderen interessanten Aspekt: Bei der Informationssuche im Internet gelangt von bei einer großen Anzahl von Suchanfragen via Suchmaschine zu Wikipedia. Hier könnte sich bald was ändern: Der Brockhaus könnte bei entsprechender Optimierung der Seite schnell nach vorne gelangen, und auch Google will mit Knol eine eigene Enzyklopädie auf die Beine stellen. Es wird in den Suchmaschinen-Ergebnissen also immer enger!“
Gefunden hab ich es bis jetzt noch nicht.
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